Wie bestimmen Sie, ob Sie unter die berufliche Weiterbildung für Erwachsene fallen?

Ob man der Weiterbildung im Rahmen der beruflichen Bildung unterliegt, hängt nicht nur vom Alter oder Status ab. Das entscheidende Kriterium findet sich im Arbeitsgesetzbuch, Artikel L6311-1: es ist das berufsqualifizierende Ziel der Bildungsmaßnahme, das einen Werdegang in den Bereich der Weiterbildung verschiebt.

Die gleiche Schulung in Bürokommunikation oder Sprachen kann je nach Programm und Ausbildungsvertrag entweder zur Erstausbildung oder zur Weiterbildung gehören.

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Status des Teilnehmers und Ausbildungsziel: die Lesetabelle

Die Verwirrung zwischen Erstausbildung und Weiterbildung entsteht oft dadurch, dass man ausschließlich nach Profilen (Student, Angestellter, Arbeitssuchender) denkt. Der Status des Teilnehmers zählt, reicht jedoch nicht aus. Die folgende Tabelle kombiniert die beiden Kriterien, die tatsächlich das anwendbare Regime bestimmen.

Situation des Teilnehmers Ziel der Ausbildung Anwendbares Regime
Student, der sein Studium nie unterbrochen hat Erhalt eines ersten Diploms Erstausbildung
Angestellter Anpassung oder Entwicklung seiner beruflichen Kompetenzen Weiterbildung
Arbeitssuchender, der bei France Travail angemeldet ist Umschulung oder Rückkehr in den Job Weiterbildung
Selbstständiger oder Freiberufler Erhalt oder Ausbau der mit der Tätigkeit verbundenen Kompetenzen Weiterbildung
Erwachsener, der nach einer Unterbrechung ein Universitätsstudium wieder aufnimmt Berufszielorientiertes Diplom Weiterbildung (Anmeldung über den FC-Dienst der Universität)
Junge unter 26 Jahren in einem Berufsausbildungsvertrag Berufliche Qualifizierung im Wechsel Weiterbildung (finanziert durch den OPCO des Unternehmens)

Die klassische Falle betrifft Erwachsene, die ein Universitätsstudium wieder aufnehmen. Auch wenn sie die gleichen Kurse wie ein Student in der Erstausbildung besuchen, erfolgt ihre Einschreibung über den Weiterbildungsdienst der Universität, mit unterschiedlichen Gebühren und Unterstützung. Das Kriterium, das von den Einrichtungen herangezogen wird, ist einfach: jede Unterbrechung des Studiums, gefolgt von einem Eintritt ins Berufsleben, führt zur Weiterbildung.

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Um Ihre Situation genau zu überprüfen, können Sie ein Zentrum für berufliche Weiterbildung für Erwachsene aufsuchen, das Ihren Werdegang analysiert und Sie in das richtige Finanzierungsmodell leitet.

Erwachsener Mann im Gespräch mit einem Berater für berufliche Weiterbildung zur Überprüfung seiner Berechtigung

Artikel L6311-1 des Arbeitsgesetzbuches: was der Text wirklich sagt

Die Wettbewerber erwähnen selten die genaue rechtliche Grundlage. Artikel L6311-1 des Arbeitsgesetzbuches definiert die berufliche Weiterbildung als alle Maßnahmen, die darauf abzielen, die Kompetenzen einer bereits im Berufsleben stehenden Person zu erhalten, anzupassen oder zu entwickeln. Der Text umfasst auch Umschulungs- und soziale Aufstiegsmaßnahmen.

Diese rechtliche Einordnung hat eine direkte Konsequenz: eine Ausbildung ohne dokumentiertes berufsqualifizierendes Ziel fällt nicht unter die Weiterbildung, selbst wenn der Teilnehmer angestellt ist. Ein Malunterricht, den ein Angestellter am Wochenende besucht, berechtigt nicht zum CPF. Im Gegensatz dazu gehört eine Projektmanagement-Ausbildung, die derselbe Angestellte besucht, um in eine Führungsposition aufzusteigen, vollumfänglich zum System.

Die Rolle des Vertrags oder der Ausbildungsvereinbarung

Das Dokument, das die Bildungsmaßnahme formalisiert (Vertrag zwischen dem Teilnehmer und der Einrichtung oder Vereinbarung zwischen dem Arbeitgeber und der Einrichtung), muss das angestrebte berufliche Ziel ausdrücklich erwähnen. Dieses Dokument dient als Nachweis im Falle einer Kontrolle durch die Finanzierer (OPCO, France Travail, Caisse des dépôts für das CPF).

Ohne diese Erwähnung kann die Finanzierung abgelehnt oder nachträglich angefordert werden. Die von Qualiopi zertifizierten Bildungseinrichtungen integrieren diese Information systematisch in ihre Vertragsdokumente, was einen nützlichen Prüfpunkt bei der Auswahl eines Anbieters darstellt.

Rechte und Finanzierungen je nach Berufsstatus

Das Regime der Weiterbildung eröffnet Finanzierungsrechte, die je nach beruflicher Situation variieren. Den eigenen Status korrekt zu identifizieren, ermöglicht es, den richtigen Hebel zu aktivieren.

  • Angestellte im privaten Sektor: Der CPF (persönliches Fortbildungskonto) wird jedes Jahr aufgeladen. Der Plan zur Entwicklung der Kompetenzen des Unternehmens kann ebenfalls Maßnahmen finanzieren. Das Projekt für berufliche Umorientierung (ehemals CIF) ermöglicht eine lange Umschulung mit Erhalt des Gehalts.
  • Arbeitssuchende: France Travail bietet spezifische Hilfen an (AIF, operative Vorbereitung auf den Job). Der CPF bleibt während der Jobsuche mobilisierbar.
  • Selbstständige und Freiberufler: Die an die Fonds für Ausbildungsversicherung (FAF) gezahlten Ausbildungsbeiträge eröffnen Rechte. Der CPF ist ebenfalls seit mehreren Jahren für nicht angestellte Arbeitnehmer zugänglich.
  • Beamte: Ein persönliches Fortbildungskonto existiert auch in den drei öffentlichen Diensten, mit eigenen Berechnungs- und Mobilisierungsmodalitäten.

Der wesentliche Unterschied zwischen diesen Status liegt nicht im Zugang zur Weiterbildung (alle haben das Recht darauf), sondern in den mobilisierbaren Beträgen und den administrativen Wegen, die beschritten werden müssen.

Erwachsene Frau, die eine Online-Plattform konsultiert, um ihre Berechtigung zur beruflichen Weiterbildung in einem Coworking-Space zu überprüfen

Grenzfälle: duale Ausbildung, VAE und Studienwiederaufnahme

Einige Situationen verwischen die Grenze zwischen Erstausbildung und Weiterbildung. Der Berufsausbildungsvertrag gehört beispielsweise zur Weiterbildung, auch wenn der Begünstigte unter 26 Jahre alt ist. Im Gegensatz dazu ist der Ausbildungsvertrag der Erstausbildung zugeordnet, obwohl die Organisationsweise (Wechsel zwischen Unternehmen und Ausbildungszentrum) nahezu identisch ist.

Die VAE, ein spezifisches Instrument der Weiterbildung

Die Validierung der Erfahrungen (VAE) ermöglicht es, ein Diplom auf der Grundlage der beruflichen Erfahrung zu erhalten, ohne Kurse zu besuchen. Die VAE ist ausschließlich der Weiterbildung zugeordnet. Sie betrifft jede Person, die eine Tätigkeit nachweisen kann, die mit der angestrebten Zertifizierung in Zusammenhang steht, unabhängig von ihrem aktuellen Status.

Wiederaufnahme des Studiums nach einer Unterbrechung

Ein Erwachsener, der nach zehn Jahren beruflicher Tätigkeit einen Master wieder aufnehmen möchte, gehört zur Weiterbildung, auch wenn er in eine reguläre Klasse eintritt. Die Universitäten wenden dann andere Tarife als die der Erstausbildung an, und die pädagogische Unterstützung kann Anpassungen umfassen (Abendkurse, Fernunterricht, teilweise Validierung durch VAE).

Der Wendepunkt bleibt in all diesen Fällen derselbe: eine Unterbrechung des Studiums, gefolgt von einer beruflichen Tätigkeit, kombiniert mit einem Ausbildungsziel, das mit dem Job verbunden ist. Diese beiden Bedingungen zusammen platzieren den Teilnehmer systematisch im Bereich der Weiterbildung, mit den sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten.

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